Vorgängig muss hervorgehoben werden: Der Jubiläumsanlass von «Forst Thal» zu ihrem 10-jährigen Bestehen war tadellos organisiert. 570 Schülerinnen und Schülern von Balsthal und Mümliswil wurde am vergangenen Freitag ein abwechslungsreicher Rundgang geboten. Bei idealem Wetter folgten am Samstag rund 480 Interessierte aus dem Thal und der Region der Einladung, den Rundgang im Gebiet Widenweidli zu absolvieren.

Eine E-Mail von Gesamtschulleiter Kuno Flury an die beiden Hauptverantwortlichen, Kilian Bader, Revierförster und Betriebsleiter, und Hansjörg Grolimund, Präsident des Zweckverbandes «Forst Thal», sagt eigentlich alles: «Es war eindrücklich zu sehen, wie die Posten mit viel Liebe eingerichtet und kompetent betreut wurden.» Die Helfer waren mit grossem Engagement dabei. Weiter schreibt Flury: «Es ist euch gelungen, den Schülern einen erlebnisreichen Tag zu bieten und ihnen den Wald näher zu bringen.»

An andern Projekten beteiligt

Kilian Bader erklärte am Samstag in seiner Eröffnungsansprache den geladenen Gästen kurz die Entstehungsgeschichte von «Forst Thal». Von 2008 bis 2014 habe die Forstbetriebsgemeinschaft Balsthal/Mümliswil-Ramiswil den Forstbetrieb gemeinsam geführt. 2015 sei die Betriebsgemeinschaft in den Zweckverband «Forst Thal» überführt worden.

Neben der Waldbewirtschaftung sei «Forst Thal» noch in andern Projekten tätig. Bader nannte als Beispiele den Spielplatzbau und die Herstellung von Tischen, Bänken und Gartenmöbeln. «Wichtig ist, dass uns die Öffentlichkeit wahrnimmt. Ich glaube, das ist uns als «Forst Thal» gelungen», hob der Revierförster hervor. Der Jubiläumsanlass darf als Meilenstein dieser Öffentlichkeitsarbeit bezeichnet werden. Bader dankte allen Partnern und Kunden.

«Unser Wald-Nutzen für alle» war auf Plakaten entlang des Rundgangs zu lesen. Was damit gemeint ist, wurde an zahlreichen Posten demonstriert. Zu sehen und nicht zu überhören waren moderne und in ihrer Grösse beeindruckende Maschinen wie der Forstschlepper, die Hackschnitzel- und die Brennholzspaltmaschine.

Etwas Nostalgie und Wehmut löste bei den Besuchern die Arbeit der urchigen Holzrücker aus, die mit ihren Pferden nach alter Sitte Holzstämme an den Wegrand rückten. Ihr mitgebrachtes Fohlen war bei den Kindern natürlich der Liebling des Parcours.

Funktionen des Lebensraumes

Der Natur- und Vogelschutzverein Balsthal (NVB) und die Jagdgesellschaft Falkenstein zeigten andere Aspekte des Lebensraumes Wald. Beim NVB konnte man unter anderem seine Vogelkenntnisse unter Beweis stellen. Bei den Jägern war gutes Beobachten angesagt, denn einen Hasen im braunen Laub zu entdecken, war gar nicht so einfach.

Die Baumpfleger, welche unter anderem auf die Pflege von Bäumen im Siedlungsgebiet spezialisiert sind, entpuppten sich als wahre Seilakrobaten. Nicht zu vergessen ist Jakob Zaugg, der mit seiner Motorsäge aus einem einfachen Stück Holz unglaubliche Skulpturen gestaltete.

Wer sich etwas mehr Zeit zum Begehen des Rundgangs nahm, konnte immer wieder Plakate und Infotafeln entdecken. Auf ihnen wurde nicht nur die Bewirtschaftung des Waldes thematisiert, sondern auch viele andere Facetten des Lebensraumes Wald wie etwa der Erholungswert, der Wald als Wasserspeicher, als Kräuter- und Beerengarten oder als Schutzwald.

Beim Schüleranlass durften sich ein paar Schulklassen als Baumpflanzer betätigen, indem sie unter Anleitung selber Douglasien einsetzen durften. Andere Klassen konnten bei einem Waldpädagogen eine spannende Lektion verbringen. Grosser Anziehungspunkt war der speziell eingerichtete Spielplatz, in dessen Nähe am Freitag zahlreiche Feuerstellen zum Bräteln bereitgestellt wurden. Am Samstag wurden die Besucher bei einem kleinen Festzelt ebenfalls mit einem schmackhaften Imbiss verpflegt.